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Ludwig II
Der junge Ludwig
Regent und Träumer

Das Ende des Königs

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Das Ende des Königs

Die enormen Bauprojekte finanziert Ludwig aus seiner Privatschatulle, die die entstehenden Kosten jedoch nicht decken kann. Jeden Kredit, der ihm gewährt wird, setzt Ludwig sofort in neue Bauvorhaben um. Als er 1886 beim Kabinett erneut die Bürgschaft für einen Kredit in Höhe von sechs Millionen Mark beantragt und dieser abgelehnt wird, beginnt der Stern des jungen Königs zu sinken.

Ludwig II Ludwigs Ministern gelingt es, den König durch Professor Bernhard von Gudden und drei weitere Ärzte ohne weitere Untersuchungen als "seelengestört" und "unheilbar" erklären zu lassen, obschon er als Regent weiter seine Pflichten erfüllt.
Die enorme Leidenschaft für seine Bauvorhaben - Ludwig drohte an, das Land zu verlassen oder sich zu töten, sollten die Schlösser zur Begleichung von Schulden gepfändet werden -, und seine exzentrische Lebensweise warfen andererseits ein zweifelhaftes Licht auf den König. Somit bleibt die Frage, inwieweit Ludwig II geistig zurechnungsfähig war, eines der vielen Rätsel.

Die Entmündigung erfolgt am 9. Juni 1886. Ludwig nimmt die Einsetzung seines Onkels Luitpold (sein eigener Bruder Otto wurde bereits 1875 als geisteskrank diagnostiziert und stand somit ohnehin nicht zur Wahl) als neues Staatsoberhaupt nicht widerspruchslos hin, zumal die bayerische Verfassung ein solches Vorgehen nicht vorsieht. Er wendet sich in einem Schreiben an sein Volk und fordert es auf, den geplanten Verrat an König und Vaterland zu vereiteln. Doch er hat damit keinen Erfolg. Zwar lässt Ludwig die Staatskommission, die ihn abholen will, am 10. Juni 1886 verhaften, bereits am 12. Juni wird er jedoch trotzdem von einer weiteren Staatskomission auf das Schloss Berg gebracht. Dort stirbt er am 13. Juni unter mysteriösen Umständen zusammen mit Professor Bernhard von Gudden im seichten Uferwasser des Starnberger Sees.

Wie diese Todesfälle passieren konnte, ist nie aufgeklärt worden. Der König galt als ein guter Schwimmer, somit liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um einen Unfall handelte. Da es jedoch keine Zeugen gab und die beiden Ertrunkenen erst kurz vor Mitternacht von dem Schlossverwaltern Bernhard Huber gefunden wurden, wurde das Ableben König Ludwigs zu einer Art Mythos.
Am 19. Juni führt der Leichenzug König Ludwigs II durch München, die Beisetzung erfolgt in der Gruft der Michaelskirche, wobei eine Urne mit dem Herzen des Königs am 16. August in die Gnadenkapelle nach Altöttinger gebracht wird.

Da Ludwig II nie verheirat war - seine Verlobung mit Sophie, der Tochter des Erzherzogs Max, wurde 1867 geschlossen und noch im gleichen Jahr wieder gelöst -, hinterließ er keine Kinder. Sein wichtigstes Erbe sind - neben der Förderung für Richard Wagner - die Schlösser, allen voran Neuschwanstein.
Er wünschte sich, dass nie eines Fremden Auge die Schönheiten seines Refugiums betrachten sollte, doch nicht einmal zwei Monate nach seinem Tode wurde es für den öffentlichen Besucherverkehr geöffnet. Seitdem sind die Schlösser eine wichtige Touristenattraktion, die seit Ludwigs Tode mehr als 50 Millionen Menschen besucht haben.